Die 6. Oldenburger Filmtage


Fr, 20.November 1998, 20.00 Uhr, Alhambra
Filmriß präsentiert:

Who The Hell Is Juliette


Kuba/Mexiko 1997, 90 min, span. OmU
Regie/Buch/Kamera: Carlos Marcovich

Die 16 jährige Juliette lebt in Havanna, geht mit Touristen ins Bett und läßt sich von niemandem etwas sagen, seitdem ihr Vater in die USA abgehauen ist und die Mutter Selbstmord begangen hat. Juliette weiß, was sie will: ins Ausland, wo all die Luxuswaren herkommen, die in Kuba nur für Dollars zu haben sind. Das fiebrige Mädchen kommt seinem Ziel ein großes Stück näher, als ein mexikanisches Filmteam in Kuba ein Popvideo dreht. Da Juliette wie eine jüngere Schwester des Stars Fabiola aussieht, kann sie eine Rolle ergattern. Die melancholische Fabiola, auch sie auf der Suche nach einem früh verschwundenen Vater, fühlt sich durch Juliette an ihre Jugend erinnert - das berühmte Model und die Straßengöre werden Freundinnen. Das Regiedebüt des erfahrenen Kameramanns Carlos Marcovich, eines in Mexiko lebenden Argentiniers, ist eine Mischung aus Erzähl - und Dokumentarfilm, ,eine Fiktion, die der Realität entrissen wurde", wie er selbst sagt. Der Film ähnelt einem intimen Streifzug durch Genres und Kulturen zwischen Havanna, Mexiko und New York, mit einer Vorliebe für die pointierte Ironie, aber auch ohne Scheu vor dem Pathos.


Gegenlicht Kino AG, zur Filmtage Hauptseite, 1.Nov.98 by Bertram